Zunächst: Bränas ist ein Standort der Winterindustri – genau dass was die Schweden als “saisonsoffene Winterkulissenwelt” beschreiben: Alles geplant, kaum einheimisches Personal, nichts gewachsenes.
Trotzdem – oder gerade deswegen – kommt der Sportler hier auf seine Kosten: 17 km Abfahrten, die längste davon 3 km lang, funpark, skicrossbahn und recht beachtliche 415 Höhenmeter Fallhöhe haben dazu geführt, dass im kleinen Örtchen Branäs zwischen Stöllet und Sysslebäck fast alpenländisches Feeling herrscht.
Besonders toll ist, dass ein grossteil der Pisten Abends beleuchtet sind und das Skigebiet so täglich bis 19.00 offen ist. So kann man sich richtig auspowern, ohne frueh aus den Federn zu mussen. Das “Abendskifahren” kostet nix etxtra.
Einrichtung und Serviceniveau sind modern – in dem Restaurang Brants Bar setzt man sich gerne und Skipass und die Restaurangs haben durchaus noch annehmbare Preise. Viele Hutten liegen in Ski- in Ski-out Lage, so dass Einkäufe und Programmbesuche mit den Liften als Nahverkehrsystem erledigt werden können.
Natürlich kann Branäs nicht mit den großen Skigebieten (Trysil in Norwegen, Are) mithalten, aber bietet ein durchaus respektables Niveau das man von grösseren Anlagen im deutschen Mittelgebirge kennt. Selbst mitten in der Hauptsaison kommt es fast nie zu Schlangen und die Skifahrer verteilen sich über das große Gebiet sehr gut.
Erschlossen wird das Gebiet im wesentlichen durch eine Gondelbahn. In den Gondeln kann man nicht sitzen – und jedesmal wenn man liftet muß man die Skier ausziehen und oben wieder anziehen. Da ist es gut, dass die Abfahren recht lang sind.
Fur Skifans gibt einige nette Elemente: Die Skicrosstrecke beispielsweise oder der “happypark” bieten auch für den nicht trickskigewohnten Läufern lustige Fahrerlebnisse. Im Dogpark gibt es riesige Schanzen, an die ich mich nicht rangetraut habe…
Das Gebiet hat mehrfach den Preise für familienfreundlichkeit eingeheimst. Der Durchschnittsskifahrer kann die “Hinterseite” des Branäsberges getrost vergessen: Hier gibt es nur mässig geneigte “Autobahnen”, die von überall einsichtig sind. Ebenfalls wundern kann man sich über die Eltern, die mit ihren vierjährigen auf schwarze Pisten gehen. In Branäs rechnet man damit – alle Pisten sind breit und haben genügend Sicherheitsabstand, was aber ein wenig aufs Fahrerlebniss drückt.
Im Hovfjället sind einige leichte Abfahrten regelrechte “Genußstrecken”, weil Sie sich durch den Wald schlingern und so ein spannendes Fahrgefühl aufkommen lassen. Nicht so in Branäs: Hier ist alles sehr, sehr breit und spannende Waldstrecken fehlen völlig.
Wer sich das lieber nicht geben will, findet in den Örtchen entlang der Strecke Sysslebäck – Stöllet viele Unterkünfte in gewachsenen Strukturen. Parken ist kostenlos und kein Problem.
In der Anlage gibts alles was das man zum Winterurlauben braucht – und das für alpenländische Verhältnisse sehr preiswert. Ausrüstung kann man sich total problemfrei vor Ort leihen – eine echte Alternative auch für eine reine Skiwoche.
Branäs gehört nicht zum skistar-Konzern der eine sehr dominante Stellung hat sondern ist ein unabhäniger kleiner Betrieb, der mehr durch Qualität als durch Größe überzeugt.
Für eine Woche mit hauptsächlich Skifahren sicherlich eine Alternative. Auch Langlauffreaks kommen hier voll auf ihre Kosten – es gibt von Branäs ausgehend sowohl gespurte Loipen als auch Wanderwege, die man im Winter mit Geländelanglaufski (Tourenski mit beweglicher Langlaufbindung, z.B. Fischer E99) begehen kann.